Fregatte F217 "BAYERN"





 
Baubericht Fregatte F 217 "BAYERN" in 1:100

WILHELMSHAVEN 

2. Fregattengeschwader 
der 
EINSATZFLOTTILLE 2 

 

Der Bau der "kleinen" Bayern
Da ich vorher immer mit recht großen Maßstäben gearbeitet habe wollte ich mich mal an der „Königsklasse“, RC Modellbau in 1:100 versuchen. Aber was soll man bauen war die große Frage. 
Ich wälzte Wochenlang Kataloge und suchte im Internet nach einer Idee. Schon recht Ratlos und unentschlossen stand ich eines Tages an unserem „Vereinsgewässer“
(www.ig-schiffsmodellbau.de) und bestaunte das neue Modell eines Kollegen. Eine Fregatte der Brandenburg-Klasse wie ich erfuhr. Der erste Funke war über gesprungen und ich begann mit meinen Recherchen. Was dies betrifft bin ich etwas eigenwillig denn bei mir muß auch der Hintergrund stimmen. Wenn ich ein Modell baue muß ich einen Bezug dazu haben. Der war dann schneller her gestellt als ich dachte. Ich versuchte also Informationen über diese Schiffe zu bekommen und ging als erstes auf die Internet-Seite der Deutschen Marine (www.marine.de). Hier erfuhr ich mehr über diesen Schiffstyp und als ich die Namen der Schiffe las war die Sache für mich klar. Da ich ein überzeugter Deutschland Urlauber bin und mich in Bayern zu hause fühle war die Entscheidung gefallen. Ich baue die Fregatte Bayern. Nun ging die Suche jedoch weiter oder anders gesagt erst richtig los. Wo bekommt man was?! Auch hier wurde ich sehr schnell fündig. Plan, GFK-Rumpf, Aufbauten und Teile der Waffentechnik als Rohlinge gab es bei der Firma „H“ (aus persönlichen Gründen möchte ich auf diese Firma nicht näher eingehen) wo ich auch leider gleich bestellte. Später sollte ich von selber feststellen wie teuer mich dieser Fehler kam. Es dauerte Wochen und erforderte viele Nachfragen bis die Teile geliefert wurden. Mit dem Material in der Hand saß ich dann in meinem Keller und schaute mir den Plan an. Ein Schiff in der von mir gewünschten Qualität zu bauen war ohne weiteres Material nicht möglich. Also wieder ran an den PC und Googeln was das Zeug hält. Zu meinem Erstaunen stellte ich fest das die Fregatte Bayern eine eigene Homepage hat (www.fregattebayern.de). Hier war ich zunächst auch enttäuscht denn Bilder wie ich sie brauchte gab es hier nicht. Also Googelte ich weiter ohne wirklich was zu finden. Dann nahm ich mir noch mal die Seite der „großen Bayern“ vor. Meine letzte Hoffnung war jetzt das Kontakt Formular und ich nutzte es. Hier schilderte ich mein Ansinnen und stellte die Frage ob es möglich sei ein paar gute Detailbilder für den Bau als Modell zu bekommen. Was dann folgte hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht zu hoffen gewagt. Nach einigen Tagen erhielt ich Antwort vom Webmaster und Signalmeister der Bayern, Stefan Hoyer, zu diesem Zeitpunkt noch Oberbootsmann.

Lange Rede kurzer Sinn, er verstand sofort worauf es mir ankam und wenn ich versprechen würde ein Modell der Bayern zu bauen für das man sich nicht schämen müsse würde er folgendes anbieten. Ein Besuch auf der Bayern mit insgesamt 15 Mitgliedern unseres Vereins zu einer exklusiven Besichtigung und Führung auf der Bayern bei der ich so viele Bilder machen könne wie ich brauchte. 
Ich war begeistert. Der Termin wurde Abgesprochen, die Kollegen zusammen getrommelt und dann ging es einige Wochen später nach Wilhelmshaven.
 

Nach kurzer Begrüßung durch Herr Hoyer der uns am Tor des Marinestützpunktes abholte und Erledigung der notwendigen Formalitäten fuhren zusammen zur Bayern. Ich brauche wohl niemandem zu beschreiben wo mir das Herz schlug. Ich kam mir vor wie ein kleiner Junge der zum ersten mal bewusst Weihnachten erlebt. Nach kurzer Fahrt waren wir am Ziel meiner Träume, wir parkten vor der Fregatte Bayern. Was vorher auf Bildern noch recht „klein“ wirkte lag nun in seiner ganzen Größe vor mir. Meine Kamera wurde zu meinem zweiten Auge und ich fotografierte alles was mir vor den Sucher kam. Es war ein wirklich unvergleichliches Erlebnis. In den folgenden Stunden wurden wir Deck für Deck über und durch die Bayern geführt wodurch man auch einen kleinen Einblick in den Alltag eines solchen Schiffes bekam. Es war einfach nur genial und am Abend fuhr ich dann müde aber sehr zufrieden wieder nach Köln zurück um die Bilder aus zu werten. Damals war mir noch nicht klar das der Kontakt zur Bayern und Stefan Hoyer nicht der letzte gewesen sein sollte.

Kommen wir noch mal zurück zu den bestellten Teilen für das Modell. Durch eine Angebot bei ebay sollte ich erfahren das ich viel zu viel bei der Firma „H“ bezahlt hatte.
Ich lernte auf diesem Umweg Udo Jörgens kennen (www.udos-modellwerft.de) der für die Firma „H“ nicht nur diese Teile anfertigte sondern noch vieles mehr, auch für andere Modelle. Mit einem Unterschied, bei ihm war alles ca. 50 % günstiger. Die genannte erste Bestellung kostet bei Udo Jörgens ca. 250 € und ist für ein Modell dieser Größe vergleichsweise gering. Ebenso sind über diesen Kontakt weitere Zubehörteile wie Spills, Rettungsinseln, Seewasserabweiser, OTO-Melara 76 mm, Ruderanlage und Antriebswellen bestellbar.

       

Kleinteile wie Türen, Luken, Fensterrahmen und Rettungsinselhalter habe ich mir von Steffen Schwert (www.modellschiffwerft.de) anfertigen lassen. Kleiner Preis für 
absolute spitzen Qualität und absolute Zuverlässigkeit. Wer sich für die Teile interessiert sollte ihn einfach kontaktieren und nach meinen Teilen fragen. Ist alles gespeichert und abrufbar.
Gleiches gilt für die Decals. Sei es die Bezeichnungen auf dem Rumpf und auf dem Dach der Brücke her zu stellen oder die vielen kleinen Schilder wie Rettungsinsel Nummerierung, Achtung elektromagnetische Strahlung und kein offenes Feuer in 1:100. Das und noch viel mehr gibt es bei Elke und Rainer Schörner (www.modellbau-kaufhaus.de). Hier stimmt nicht nur der Preis sondern alles Andere auch! Vom Modellbauer für Modellbauer!

Was mir bei der ganzen Bauerei aufgefallen ist war das man in Deutschland nicht gerade viel an Kleinteilen bekommt für aktive Marine Einheiten. Da sind die Engländer etwas pfiffiger. Durch einen Zufall habe ich die Firma Sirmar Modell Ship Fittings im Internet entdeckt.  (www.sirmarmodelships.com/index.asp) Die Seite ist gut organisiert und übersichtlich. Der Kontakt ist auch sehr gut, man sollte allerdings seine Anfragen in verständlichem Englisch rüber bringen können. Man bekommt auf jede Anfrage eine prompte Antwort und die Lieferung per Luftpost ist auch sehr zügig. Bei der Bezahlung sollte man direkt den Zahlungswunsch PayPal angeben denn irgendwie haben die Engländer Panik vor Überweisungen. Bei Sirmar habe ich unter Anderem die Anker für die Bayern bestellt denn in Deutschland hat die keiner! Die haben auch einen Sealynx Hubschrauber in 1:96. Viel Spaß beim stöbern im Web.

Bei der Farbgebung sollte man sich an die vor gegebenen RAL Nummern halten wobei die Farben eine Mattierung von
30 % haben sollten.

Die Relingstützen und anderen Kleinteilen habe ich nicht wie in den meisten Fällen üblich auf Messing-Ätzteile gebaut sondern Neusilber. Hierfür gibt es nur eine gute Adresse  Saemann-Ätztechnik.
(www.saemann-aetztechnik.de) Wer Ätzteile aus Messing kennt wird staunen was hier aus Neusilber gezaubert wird.

Was mir von Anfang an ein wichtiges Thema gewesen ist war der hintere LW08 Radar. Den wollte ich unbedingt gut hin bekommen. Der Plan gab dafür aber nicht genügend her darum bemühte ich mich um eine andere Quelle. Ich kontaktierte also die Werft in der die Bayern ausgerüstet wurde und hatte das Glück an einen Menschen zu geraten der meine Lage verstand und wusste wie er mir helfen kann. Einige Tage später bekam ich Kopien der Werftpläne eines LW08 in Maßstabsgerechter Größe mit der Post. Ich war gerettet, damit konnte man was anfangen. Ich setzte mich an den Eßzimmertisch und begann mit einem ersten Entwurf. Zwei Tage später war ich fertig und übertrug das Ergebnis mit allen Maßen auf Millimeterpapier und schickte alles an Thomas Beckert  (www.beckert-modellbau.de) mit dem ich zuvor besprochen hatte was ich haben möchte.
In der Zwischenzeit fertigte ich einen Rohling für den Unterbau des Radar auf dem die Ätzteile montiert werden sollten. Udo Jörgens machte eine Form dafür und so kann man heute beliebig viele davon anfertigen. Nach 14 Tagen bekam ich die Ätzteile, lötete alles zusammen und ich war begeistert- eine gelungene Nachbildung eines LW08.


Übrigens habe ich bei Thomas Beckert noch andere Teile fertigen lassen. Die Podeste für die seitlichen GPS-Dome, die gelochte Plattform unter dem LW08, 
die Einsätze für die Schornsteine UND die Bugwappen der Bayern. Alles in genialer Qualität, aber- ein sehr teures Vergnügen.

An dieser Stelle mal was zu den Kosten. Ich habe alle Quittungen ab geheftet und mal die reinen Materialkosten errechnet. Dazu gehört aber wirklich alles. Kleinteile, 
Farbe, Antrieb und die komplette RC Anlage. Tja, reine Materialkosten ca. 2.500 €. Zum glück weiß meine Frau nichts davon- oder doch?!

Für den Bau der Bayern hatte ich 18 Monate angepeilt und auch einhalten können. Dies ist aber nicht unbedingt für jeden machbar! Ich habe es auch nur geschafft weil meine Frau sehr viel Geduld mit mir hatte und ich längere Zeit krank war. Unter normalen Umständen sind 24 bis 30 Monate für jemanden der arbeiten geht ein machbarer Zeitrahmen. Von einem rate ich dringend ab. Niemals am Modell bauen nur weil man meint man muß. Wegen diesem muß habe ich einige Male Teile neu anfertigen müssen. Manchmal ist es besser den Dingen ihren Lauf und auch mal was liegen zu lassen.

Dabei fällt mir gerade was ein. Inzwischen kann man die Fregatten der Brandenburg-Klasse Grundsätzlich in zwei Varianten bauen. Durch einen Zwischenfall in der Nordsee auf einem der Schiffe hat die Marine beschlossen die Öffnungen im Heckbereich des Rumpfes für das Seedeck unter dem Hubschrauberdeck wieder zu verschließen. Ehrlich gesagt spart das ein erhebliches Maß an Arbeit und somit Zeit. Einen Bautipp möchte ich noch weiter geben. Einige Modellbauer gehen immer noch hin und bringen Schlingerkiele und Stabilisierungsflossen einfach geklebt von außen an. Davon rate ich dringend ab. Kein Kleber ist so zuverlässig um zu verhindern das die Teile bei Grundberührung mit einem Fahrmodell nicht doch abplatzen. Daher sollte man den Rumpf an den entsprechenden Stellen schlitzen, die Bauteile von innen her durchstecken und von innen laminieren. Das hält garantiert!

Inzwischen ist die „kleine Bayern“ fertig und zieht ihre Runden auf unserem schönen Scheuermühlenteich. Ich muß sagen das ich nach 18 Monaten froh bin mal nicht ständig im Keller verschwinden zu wollen. Die nächsten Monate werde ich eine „freiwillige Zwangspause“ einlegen. Das heißt aber nicht das ich rein gar nichts machen werde. Der Keller muß dringend mal auf Vordermann gebracht werden und eine ausführliche Grundreinigung kann bestimmt nicht schaden.

Der Bau der „kleinen Bayern“ war viel Arbeit, hat viel Geld und noch mehr Zeit gekostet. Das alles war es aber Wert. Ich habe viel gelernt und was noch wichtiger und 
schöner ist, ich habe neue, tolle Menschen kennen gelernt die mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben und es haben sich wertvolle Freundschaften entwickelt.

Dafür möchte ich DANKE sagen!

Der „großen Bayern“ wünsche ich allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel. Egal wohin es die Bayern verschlägt, 
mögen Schiff und Besatzung immer unbeschadet in ihren Heimathafen zurück kehren.

 


Die Fregatte F217 "Bayern" ist mit viel Arbeit und Herzblut entstanden.
An dieser Stelle möchte ich mich bei HptBM Hoyer von der Fregatte Bayern bedanken
ohne dessen Hilfe ich dieses Modell in der Qualität nicht hätte bauen können!
Die "Bayern" entstand ausschließlich mit den Teilen
die man bei Udo´s Modellwerft bekommen kann.
Für die Reeling habe ich Neusilber Ätzteile von Saemann verwendet 
ebenso wie diverse Kleinteile. 

Einige Kleinteile in diesem Maßstab habe ich sogar aus
England von Sirmar schicken lassen. Was Zubehörteile
wie Lampen, Anker, Radar, Rettungsboote und vieles
Andere mehr betrifft gibt es keine Firma in Deutschland
die sich auf diesem hohen Niveau befindet!

Leisten und Profile stammen von Dreger-Modellbau.
Beschriftugen und diverse Decals habe ich bei
Modellbau-Kaufhaus anfertigen lassen.
 
Ganz besonders stolz bin ich auf die Ätzteile die ich
nach eigenen Zeichnungen habe anfertigen lassen.
Das hat zwar richtig Geld gekostet wäre anders 
aber auch nicht machbar gewesen.

So entstand ein LW08 Radar der in dieser Ausführung 
wohl einzigartig sein dürfte. Des weiteren wurden die
Plattformen der großen GPS-Dome, die Plattform für
das LW08 Radar und das Bugwappen angefertigt von
Beckert-Modellbau. 

Fensterrahmen, Türen, Luken und die Halter für die
Rettungsinseln wurden nach meinen Zeichnungen
von der Modellschiffwerft CNC gefräst.





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